Seite durchsuchen: Erweiterte Suche»

Das Bayerische Bäckerhandwerk informiert

30.03.2020
30.03.2020 15:44 Alter: 239 days
Kategorie: Aktuelle Themen, Pressebereich

Freibetrag anstatt Boni

Bundesfinanzminister verspricht steuerliche Förderung von Boni-Zahlungen in einer Zeit von Kurzarbeit und finanziellem Überlebenskampf vieler Betriebe, statt Freibeträge für alle Beschäftigten zu ermöglichen


Obwohl vielen Unternehmen und Handwerksbetrieben finanziell das Wasser bis zum Halse steht, spricht sich der Finanzminister für die Erteilung von Boni aus. "Viele Arbeitgeber haben bereits angekündigt, ihren Beschäftigten einen Bonus zahlen zu wollen. Als Bundesfinanzminister werde ich am Montag die Anweisung erlassen, dass ein solcher Bonus bis 1500 Euro komplett steuerfrei sein wird", sagte Olaf Scholz (SPD) gestern gegenüber der Presse. "Viele Arbeitnehmer sind täglich im Einsatz unter erschwerten Bedingungen, um uns zu versorgen – als Pflegekraft, an der Supermarktkasse, als Krankenhausarzt, hinterm Lkw-Lenkrad. Dieses Engagement sollten wir honorieren."

„Die Corona-Krise bestimmt das gesellschaftliche und politische Geschehen in unserem Land ebenso wie weltweit mehr als alle anderen Krisen nach dem Zweiten Weltkrieg. Es ist eine Zeit tiefster Verunsicherung und großer Sorge. Umso wichtiger ist, dass es gerade jetzt Menschen gibt, die ihre Aufgabe verantwortungsbewusst wahrnehmen“, erklärt Heinrich Traublinger, jun., stellvertretender Landesinnungsmeister für das bayerische Bäckerhandwerk. „Ein Pfeiler dieser Sicherheit sind die mittelständischen Betriebe der Bäcker, Metzger und Konditoren. Die Leistung vieler Arbeitnehmer ist enorm und unbestritten. Doch die aktuelle Krise belastet gerade diese Handwerksunternehmen wirtschaftlich massiv mit Umsatzeinbußen bis 70 Prozent.“ In dieser Situation steuerbegünstigte Boni zu versprechen, also von Mehrbelastungen bei fehlenden Einnahmen, ist nach Ansicht des Verbandsvertreters des bayerischen Bäckerhandwerks unverantwortlich.
Der Vorschlag des Bundesfinanzministers zielt auf eine Förderung bei Zahlung von Gehaltsboni. Fraglich ist nur, welches Unternehmen sich diese Mehrkosten in der aktuellen Lage leisten kann.

„Es ist in der momentanen Krisensituation mit großflächig geschlossenen Geschäften und dem Zwang zur Kurzarbeit in immer mehr Betrieben schwer vorstellbar, dass außer in boomenden Großmärkten des Lebensmitteleinzelhandels derartige Boni überhaupt bezahlt werden können“, teilt Stephan Kopp, der Geschäftsführer des Landes-Innungsverbandes für das bayerische Bäckerhandwerk mit.

Die meisten mittelständischen Unternehmen mit Ladengeschäft, dazu zählen u.a. Bäcker, Metzger, Konditoren und Fachgeschäfte für Lebensmittel sind heute in der Tat froh, wenn sie überhaupt ihre Arbeitsplätze erhalten können. Auch der sonstige handwerkliche Mittelstand kann in der aktuellen Krisensituation keine zusätzlichen Umsätze generieren und damit sicher auch keine Boni bezahlen.

„Wenn also der Bundesfinanzminister etwas Gutes tun möchte, wäre ein einmaliger Freibetrag für alle, die in dieser schwierigen Zeit arbeiten und damit Risiko auf sich nehmen, die Einzige, aber auch gerechteste Lösung“, erklärt Traublinger. „Oder ist ein Bäcker, ein Metzger oder eine Verkäuferin in einer Bäckerei oder sonstigem Bedieneinzelhandel weniger wert als die Mitarbeiterin an der Kasse oder dem Regal eines Lebensmittelmarktes?“

Der Landes-Innungsverband für das bayerische Bäckerhandwerk ist eine juristische Person des privaten Rechts nach § 80 des Gesetzes zur Ordnung des Handwerks (Handwerksordnung – HwO). Er ist rechtsfähig durch Genehmigung der Satzung durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft vom 18. August 1952. Er vertritt die Interessen von 51 Bäcker-Innungen auf Kreisebene und rund 2.400 Handwerksbäckereien mit ca. 7.600 Verkaufsstellen im Freistaat Bayern.


© Landes-Innungsverband für das bayerische Bäckerhandwerk | Rechtliche Hinweise / Datenschutzerklärung | Impressum | Sitemap

Login
Mitgliederbereich