Seite durchsuchen: Erweiterte Suche»

Das Bayerische Bäckerhandwerk informiert

15.06.2012
15.06.2012 16:03 Alter: 7 yrs
Kategorie: Pressebereich

PM-Nr. 20/12: Aus für den Farbbalken - ein Sieg der Vernunft


Foto: LIV-Bäcker Bayern
LIM Traublinger bei seinem Statement

München. Das bayerische Bäckerhandwerk begrüßt den Beschluss der Wirtschaftsministerkonferenz, wonach das Projekt einer verpflichtenden Transparentmachung von Ergebnissen der Lebensmittelüberwachung nicht weiter verfolgt werden soll. „Das Aus für die so genannte ‚Hygiene-Ampel‘ ist ein Sieg der Vernunft“, resümierte Landesinnungsmeister Heinrich Traublinger MdL a. D. anlässlich der Jahrespressekonferenz des bayerischen Bäckerhandwerks am Freitag in München. Der Landes-Innungsverband für das bayerische Bäckerhandwerk hat im abgelaufenen Jahr mehrfach darauf hingewiesen, dass eine obligatorische Kennzeichnung mit einem „Hygiene-Farbbarometer“ sowohl unpraktikabel als auch rechtlich höchst bedenklich ist. Starke juristische Vorbehalte hegt der Verband auch gegen die Novelle des Verbraucher-Informationsgesetztes, die zum 01. September Kraft treten wird. Traublinger informierte darüber, dass gegen Veröffentlichungspraktiken, die mit Nennung von Firmennamen einhergehen, bereits ein Vorabentscheidungsverfahren beim Europäischen Gerichtshof anhängig ist.

Abseits dieser rechtlichen Turbulenzen kann die backende Branche in Bayern auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2011 zurückblicken. Das bayerische Bäckerhandwerk erzielte im letzten Jahr einen Umsatzzuwachs von 3,5 Prozent und erwirtschaftete einen Gesamtjahres-Umsatz von knapp 2,48 Mrd. €. Damit verlief die Entwicklung in Bayern etwas besser als im gesamten Bundesgebiet, in dem ein Zuwachs von 3,3 Prozent zu verzeichnen war. Landesinnungsmeister Traublinger resümierte: „Das bayerische Bäckerhandwerk konnte in 2011 ordentlich am insgesamt feststellbaren konjunkturellen Hoch partizipieren.“ Darüber hinaus verlief auch das erste Quartal 2012 zufriedenstellend: Mit einem Umsatz von gut 589 Mio. € bei in etwa gleichem kalendarischem Verlauf (Feiertage etc.) konnte es an den Wert des Vorjahresquartals (590 Mio. € im ersten Quartal 2011) anknüpfen. Traublinger gab sich deshalb optimistisch, dass es gelingen wird, wieder mehr Stabilität in den Backwarenmarkt zu bringen.


Auch die Konjunkturumfrage, die der Landes-Innungsverbandes im Frühjahr unter seinen Mitgliedsbetrieben durchgeführt hat, ergab positive Ergebnisse: Passend zum weiterhin steigenden Außer-Haus-Verzehr gaben fast 48 Prozent der Betriebe das Segment „Snacks/Außer-Haus-Verzehr“ als jenes an, in welchem sie die höchsten Umsatzsteigerungen erzielt haben. Auch die Investitionsbereitschaft bewegte sich auf einem hohen Niveau: Rund 76 Prozent der befragten Betriebe haben in 2011 in ihr Unternehmen investiert. Das ist ein ungewöhnlich hoher Wert. Nicht zuletzt die nach wie vor günstigen Finanzierungsmöglichkeiten haben hierzu beigetragen. 


Das bayerische Bäckerhandwerk stellt mit 2.969 Betrieben ein gutes Fünftel aller Handwerksbäckereien in Deutschland. Insgesamt waren in den bayerischen Betrieben im Jahr 2011 rund 48.350 Personen beschäftigt, davon waren 5.836 Lehrlinge. Das bayerische Bäckerhandwerk weist damit eine Auszubildendenquote von 12,1 Prozent auf – das ist auch bundesweit und branchenübergreifend ein Spitzenwert.


Aus aktuellem Anlass – am 13. Juni wurde endlich ein Kompromiss im Streit um die Förderung der energetischen Gebäudesanierung gefunden – setzte sich Landesinnungsmeister Traublinger auch mit der Umsetzung der Energiewende auseinander. Das Bäckerhandwerk als besonders energieintensive Branche ist von politischen Entscheidungen in diesem Feld stark betroffen. Als schlagendes Negativbespiel nannte der Inhaber einer mittelständischen Bäckerei hierzu die Einführung der Netzentgelt-Umlage zum Jahresbeginn. Zeitgleich wurden energieintensive Groß-Unternehmen von der Zahlung der Netzentgelte vollständig befreit. „Eine krassere Benachteiligung des Mittelstandes ist kaum vorstellbar“, bilanzierte Traublinger und rechnete vor, dass bei einer mittleren Handwerksbäckerei durch die Netzentgeltumlage schnell eine jährliche Mehrbelastung in Höhe eines fünfstelligen Euro-Betrages zusammenkommt. Deshalb appellierte er: „Es kann und darf nicht sein, dass vor allem kleine und mittlere Betriebe sowie die Verbraucher die Zeche für die Energiewende bezahlen müssen.“


Am Sonntag in einer Woche wird das bayerische Bäckerhandwerk Ministerpräsident Seehofer bei seinem Verbandstag in München als Ehrengast begrüßen. Traublinger kündigte an, dass er die berechtigten Interessen des Handwerks allgemein und des Bäckerhandwerks im Speziellen dem Ministerpräsidenten bei dieser Gelegenheit mit Nachdruck vortragen wird.

 Kennzahlen des bayerischen Bäckerhandwerks im Jahresvergleich

 

am 01.01.2012

am 01.01.2011

Veränderung

Handwerksbäckereien

2.969

3.039

-70

Innungen

60

61

-1

Umsatz

2.477 Mio. €

2.393 Mio. €

+84 Mio. €

Beschäftigte

48.350

49.000

-650

Lehrlinge

5.836

6.571

-735

 

 


© Landes-Innungsverband für das bayerische Bäckerhandwerk | Rechtliche Hinweise / Datenschutzerklärung | Impressum | Sitemap

Login
Mitgliederbereich