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Chronik

der Akademie des bayerischen Bäckerhandwerks

Der Ursprung der Akademie ist die Bayerische Bäckerfachschule. Am 25. Januar 1949 beschloss der geschäftsführende Vorstand des Landes-Innungsverbandes für das bayerische Bäckerhandwerk (LIV) die Gründung. Treibende Kraft für diese Entwicklung war der damalige Landesinnungsmeister Hans Schiedermeier, unterstützt von seinen Kollegen im geschäftsführenden Vorstand, allen voran Obermeister Max Bauer aus München. Damit legte der LIV den Grundstein für die erfolgreiche Historie einer gehobenen Bildungsstätte für das bayerische Bäckerhandwerk.

Mit 1 DM jährlichem Beitrag unterstützen die Mitglieder die Finanzierung des Bauprojektes. Der richtige Ort für das Bauvorhaben war schnell gefunden. Die Bäcker-Innung München als Eigner des Waldheim-Geländes stellte dem LIV 2.041 qm Baugrund mit der Grundübereignung per Erbbaurechtsvertrag zur Verfügung. Das Waldheim-Gelände diente seit Anfang des Jahrhunderts dem Ferienaufenthalt von Kindern der Berufsangehörigen des Münchner Bäckerhandwerks und der Erholung von Berufskollegen.

Mit 29 Metern Länge und 12,86 Metern Breite öffnete das schlicht gestaltete Schulgebäude im März 1951 seine Bildungspforten. Schon einen Monat später startete der erste Meisterkurs. 

Die Ausbauphasen

In den nächsten zwanzig Jahren entwickelte sich die Bayerische Bäckerfachschule zur zentralen Bildungseinheit des Bäckerhandwerks im Freistaat. Das Interesse wuchs im gleichen Maße wie die Schulungsanforderungen. 1976 fiel die Entscheidung für die bauliche Erweiterung der Bäckerfachschule.  Die Baufläche umfasste nun 3.480 qm. Schon 1981 war der Grundbau um etwa 14 Meter gewachsen und bot deutlich mehr Raum für die Schulungen der Bäcker und auch der Verkaufsmitarbeiter. Die Unterbringung der Schüler verbesserten der Ausbau des Dachgeschosses und die Umgestaltung von Gästezimmern der ehemaligen Erholungsurlauber zu Internatszimmern. 

1993 ging die Bayerische Bäckerfachschule den nächsten Modernisierungsschritt. Die technische Weiterentwicklung forderte Raum für Kühl- und Teiglingstechnik. Im inzwischen ausgewiesenen Landschaftsschutzgebiet gelegen, löste der LIV dieses Problem mit einem geschickten Minimalanbau – einer ummantelten Tiefkühl-Lagerzelle, die sich optisch perfekt in das bestehende Gebäude einfügte. Ein Schockfroster ergänzte die Modernisierung. Ab sofort waren Tiekühltechnik und Teiglingsproduktion Teil des Kursangebotes.

Dank des Fortschritts im Bäckerhandwerk ließen weitere Baumaßnahmen nicht lange auf sich warten. Eine zweite Backstube im Untergeschoß der Schule ermöglichte die Erweiterung des Angebots um die steigend nachgefragten Fachkurse.

Modern & kompetent in die Zukunft

2009 begannen erste Überlegungen zum bis dato größten Ausbau der Akademie. Das Alter des Akademiegebäudes und weitere wichtige Modernisierungsansprüche forderten diese Entwicklung. Nach gründlicher Vorbereitung erfolgte am 14. November 2014 der Spatenstich, schon im April 2015 die Grundsteinlegung. Während bereits im August 2016 der Neubau bezogen werden konnte, starteten einen Monat später die umfangreichen Sanierungsarbeiten des Bestandbaus. Strenge Auflagen aufgrund der Lage in einem Landschaftsschutzgebiet mussten erfüllt werden. Großes Verständnis zeigten dabei sowohl das Landratsamt München als auch die Gemeinde Gräfelfing, mit denen alle Schritte genau abgeklärt wurden. Schon bei der Planung achtete der Bauherr auf eine optisch harmonische Einfügung des Baus in die umliegende Natur.

Gemeinsam finanzierten das Bundeswirtschaftsministerium zu 45 Prozent, der Freistaat Bayern zu 30 Prozent und der Landes-Innungsverband als Bauherr mit einem Eigenanteil von 25 Prozent das Projekt. Im Frühjahr 2018 schloss der LIV den Ausbau der Akademie des bayerischen Bäckerhandwerks ab. 

Die Akademie bietet nun großzügige, technisch hochwertig ausgestatte Praxis- bzw. Werkräume. Nahezu die komplette technische und maschinelle Ausstattung wurde erneuert. 

Kursteilnehmer wohnen in modernen und doch gemütlichen Internatszimmern. Neue Schulungs- und Seminarbereiche schaffen optimale Voraussetzung für den Unterricht.

Die Akademie verfügt heute über eine Gesamtfläche von 4.808 qm auf vier Etagen inklusive Untergeschoss und Dachgeschoss. Es bietet 48 Werkstatt- und 42 Theorieplätze, verteilt auf

  • 2 Lehrbäckereien
  • 1 Lehrwerkstatt Schokolade & Eis
  • 1 Lehrwerkstatt Verkauf & Service (insbesondere Kaffee- & Teekompetenz)
  • 1 Lehrwerkstatt für Bäcker-Gastronomie (Snacks & Co)
  • 1 Labor
  • 1 Experimentalraum
  • 1 PC Schulungsraum

Entwicklung des Bildungsangebots

Auch das Kursangebot der Akademie des bayerischen Bäckerhandwerks entwickelte sich beständig weiter. Im Herbst 1999 ging die Akademie einen geradezu revolutionären Weg, der zeigt,  wie sich traditionelles Handwerk und unternehmerische Kompetenz verbinden. Die Meisterausbildung wird seither mit der Weiterbildung zum Betriebswirt des Handwerks kombiniert. 

Auch die Gestaltung von Fachseminaren veränderte sich in den letzten Jahrzehnten deutlich. Zum Angebot zählen zahlreiche fachpraktische, verkaufstechnische und betriebswirtschaftliche Kurse. Als Gründungsmitglied der Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks (ADB) wirkte die Lochhamer Akademie mit, einen leistungsfähigen Verbund der führenden Fachschulen und der Betriebsberatungen der Innungsverbände zugunsten der Innungsbäckereien zu etablieren.

In fast 70 Jahren nahmen weit über 20.000 Teilnehmer das Bildungsangebot der Akademie des bayerischen Bäckerhandwerks wahr. Fast 6.000 Meister rechtfertigen den Ruf der Akademie als ‚Meisterschmiede‘. Auch international gewinnt die Akademie an Bedeutung. Kursteilnehmer aus Italien, Österreich, Brasilien, Japan und Slowenien nutzten das Bildungsangebot rund um das deutsche Bäckerhandwerk bereits. Ein Team engagierter, kompetenter Fachlehrer, verstärkt durch sachkundige, kreative Gastreferenten lebt heute die Philosophie und den Anspruch der Akademie: Den alten, tiefen Wissensschatz des Bäckerhandwerk für eine moderne Zukunft zu erhalten, aber auch weiterzuentwickeln und kommende Generationen für dieses wertvollen Handwerk zu begeistern. 


Auf einen Blick - Meilensteine der Akademie des bayerischen Bäckerhandwerks

25.01.1949 Gründungsbeschluss für die Bayerische Bäckerfachschule
12.04.1950 Grundsteinlegung mit dem Münchner Oberbürgermeister a.D. und Bäckermeister Dr. h.c. Karl Scharnagl
14.03.1951 Offizielle Einweihung der Bayerischen Bäckerfachschule
02.04.1951 Erster achtwöchiger Vorbereitungskurs von 32 Teilnehmern für die Meisterprüfung
1951 Erster zweiwöchiger Kurs für Verkäuferinnen und einwöchiger Feinbackwarenkurs für Fortgeschrittene
Ab 1965 Einführung der Lehrlingswochen für Bäckerlehrlinge
1969 Überbetriebliche Unterweisungslehrgänge für Fachverkäuferinnen-Lehrlinge
1976 Entscheidung des LIV zur baulichen Erweiterung der Bayerischen Bäckerfachschule
11.06.1979 Notarielle Beurkundung des Erbbaurechtsvertrag für das Gelände auf 95 Jahre Laufzeit
1980 Verstärktes Angebot betriebswirtschaftlicher Seminare
20.10.1981 Offizielle Eröffnung der erweiterten Bayerischen Bäckerfachschule durch den bayerischen Landesinnungsmeister und Präsidenten des Zentralverbandes des deutschen Bäckerhandwerks Hans Baum
1993 Minimalanbau einer Tiefkühl-Lagerzelle und Installation eines Schockfrosters
1999 Umbenennung der Bayerischen Bäckerfachschule zur Akademie des bayerischen Bäckerhandwerks
Herbst 1999 Kombination Meisterausbildung mit der Weiterbildung zum Betriebswirt des Handwerks
2001 50jähriges Jubiläum
2003 Einrichtung einer zweiten Backstube im Untergeschoß der Schule
2006 Gründungsmitglied der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk (ADB)
2014 Baubeginn des Erweiterungsbaus der Akademie in Lochham
2016 Beginn der Komplettsanierung des Bestandsgebäudes
23.02.2018 Offizielle Eröffnung und Weihe der erweiterten und modernisierten Akademie des bayerischen Bäckerhandwerks
   

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