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Das Bayerische Bäckerhandwerk informiert

01.09.2015
01.09.2015 11:44 Alter: 2 yrs
Kategorie: Aktuelle Themen, Pressebereich

Bäckerverband wehrt sich gegen unwahre Behauptungen


München. Die fragwürdige und sachlich falsche Informationspolitik der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat in den letzten Tagen zu einer meist einseitigen Berichterstattung geführt. Der Landes-Innungsverband für das bayerische Bäckerhandwerk will daher wieder mehr Objektivität in die Debatte bringen.


Die NGG hat sich 2006 mit dem Bäckerverband auf eine Altersstaffelung der Urlaubstage geeinigt. Diese Regelung wurde vom Landesarbeitsgericht München 2014 gekippt. „Dass nun bis zu 6 Urlaubstage mehr verlangt werden können, ist eine enorme Belastung für unsere Betriebe“, so Landesinnungsmeister Heinz Hoffmann. „Die NGG nutzt dies, um unsere gemeinsame Vereinbarung von 2006 einseitig zu unterlaufen. Ein Gespräch über die Problematik hat die NGG 2014 verweigert. Uns blieb also nur die Kündigung, um die Situation wieder ins Lot zu bringen.“


Die NGG behauptet, der Verband wolle die Sonntagsarbeit ausweiten, das Urlaubsgeld streichen und von den Urlaubstagen bis zu zehn Tage mit einzelnen Krankentagen verrechnen. „Das ist so nicht richtig“, betont Hoffmann. „Unser Ziel ist nicht, die Sonntagsarbeit auszuweiten, sondern den Betrieben mehr Flexibilität zu verschaffen. Viele Betriebe und auch deren Mitarbeiter wünschen sich diese Möglichkeit.“ Sonntagsarbeit ist gesetzlich erlaubt, wenn dem Mitarbeiter mindestens 15 Sonntage pro Jahr arbeitsfrei bleiben. Diese Zahl kann in einem Tarifvertrag auf bis zu 10 Sonntage reduziert werden. „Hierüber wollen wir verhandeln.“


Zum Urlaubsgeld – eine Arbeitgeberleistung – stellt er klar: „Dieses soll nicht gestrichen, sondern in die tarifliche Altersvorsorge überführt werden. Dies verschweigt die Gewerkschaft. Schon beim erstmaligen Abschluss des Altersvorsorgetarifvertrags im Jahr 2003 haben wir uns mit der NGG einvernehmlich darauf geeinigt, das Startkapital für die Altersvorsorge aus dem Urlaubsgeld zu nehmen. Jetzt gehen wir diesen Weg konsequent zu Ende. Angesichts der Entwicklung der staatlichen Rente ist dies notwendiger denn je.“


Die Anrechnung von Krankheitstagen auf Urlaub ist nichts Neues. „Wir wissen, dass unsere Mitarbeiter engagiert und zuverlässig arbeiten“, erklärt Hoffmann. „Leider gibt es wenige Ausnahmefälle, in denen zu Lasten der Kollegen die Möglichkeit der Krankschreibung missbraucht wird. Wir wollen unseren Arbeitgebern die Möglichkeit geben, in solchen Extremfällen als letztes Mittel mit einer Anrechnung gegenzusteuern. Der gesetzliche Urlaub wird selbstverständlich nicht angetastet und niemand spricht von einer Anrechnung eins zu eins.“


Die NGG behauptet außerdem, der alte Tarifvertrag gelte nach Oktober nicht mehr automatisch für alle Beschäftigten, sondern nur für Mitglieder der Gewerkschaft. Dies ist eine Fehlinformation. Gekündigte Tarifverträge gelten nach § 4 Abs. 5 Tarifvertragsgesetz so lange fort, bis sie durch eine neue Regelung ersetzt werden. „Die Gewerkschaft macht hier mit unwahren Behauptungen Mitgliederwerbung. Das haben wir so noch nicht erlebt“, so Hoffmann.


„Von einem „Horror-Katalog“, „schlechten Arbeitsbedingungen“ oder gar „enormen Einschnitten“ kann also keine Rede sein“, stellt der Landesinnungsmeister klar. „Wir haben bereits im Juni ein ausgewogenes Paket auf den Tisch gelegt. Die NGG hat lange Zeit gar nicht reagiert, jetzt will sie erst Ende September darüber verhandeln. Wir streben in jedem Fall einen Neuabschluss an. Im Interesse unserer Betriebe und deren Beschäftigter hätten wir uns einen früheren Verhandlungstermin gewünscht.“

 

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Kontakt:
Landesinnungsmeister Heinz Hoffmann
Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Filter
Tel.: 089 544213-0
E-Mail: filter@baecker-bayern.de


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